Trauer betrifft uns alle

10.02.2018 | Paul Meek
Auszug aus dem Buch: Zwei Welten im Einklang

Jeder Todesfall ist individuell und hat eine unterschiedliche Wirkung auf die Betroffenen. Der Tod bringt große Veränderungen mit sich. Zum Veranschaulichen: Eine junge Dame stirbt auf der Autobahn durch einen Autounfall. Sie war verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Durch diesen Unfall verliert nun der Ehemann seine geliebte Frau und die Kinder ihre geliebte Mama. Die Mutter und der Vater dieser Dame verlieren ihre geliebte Tochter. Neffen und Nichten ihre Tante und so weiter. Alle sind durch diesen Todesfall unterschiedlich betroffen.
In unserer heutigen Zeit leben viele Menschen länger, sie verbringen ihre Altersruhe teilweise im familiären Bereich und bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Pflegeheimen, wo sie oft über neunzig Jahre alt werden. Aber es gibt auch sehr viele Fälle, wo der Betroffene alleine lebt, keine Kinder hat und sein Tod dadurch keine tiefe Trauer hinterlässt.

Der Tod kann durch die verschiedenen Ursachen sehr oft eine Tragödie auslösen, er kann aber auch in vielen Fällen ein Segen sein.
In Deutschland ist der Tod immer noch ein Tabuthema, mehr als in anderen Ländern. Die Ärzte leisten eine wunderbare Arbeit, sie sehen ihre Aufgabe darin, die Menschen, so lange wie nur möglich am Leben zu erhalten. Viele Ärzte verstehen den Tod als ein Versagen ihrerseits und denken, die Medizin und wir Ärzte konnten in diesem Fall nicht mehr helfen.
Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und treffen des-halb keine Vorbereitungen. Einige sind abergläubisch und vermeiden es ein Testament beim Notar zu erstellen und sind davon überzeugt, dass sie mit diesem Testament das Schicksal herausfordern könnten.
Die Wahrheit aber ist, dass der Tod zum Leben gehört. Wir alle leben hier auf dieser Erde in einer physischen Form, die begrenzt ist. Wir sind in Wirklichkeit viel mehr als diese Form. Wir sind Geist und Seele! Dadurch ist uns das ewige Leben gewiss. Die physische Form unseres Körpers ist das Fahrzeug für die Seele. Ohne diese Form wäre es uns nicht möglich, unsere seelischen Aufgaben hier auf dieser Erde zu erledigen. Die Seele ist das Fahrzeug für den Geist, Gottes Geist in uns, genannt, der göttliche Funke. Dieser Geist verbindet uns innerlich mit der geistigen Welt.
Denn die geistige Welt ist unser wahres Zuhause. Von dort kommen wir, wenn wir geboren werden, und gehen dorthin zurück, wenn unsere Zeit auf dieser Erde für uns abgelaufen ist.

In unserer heutigen Zeit glauben sehr viele Menschen an ein „Leben nach dem Tod“. Auch die Medien befassen sich mehr und mehr mit diesem Thema. Filme, die meistens aus Amerika kommen und sich mit diesem Thema befassen, werden in den Kinos ausgestrahlt. Diese Filme haben größtenteils eine positive Wirkung auf das Publikum und stellen das Thema „Das Leben nach dem Tod“ in ein realistisches Licht.
Auch die traditionelle Kirche versucht den Tod als einen „Übergang ins Licht“ darzustellen und passt sich dadurch immer mehr dem neuen, modernen Zeitalter an. Die Kernbotschaft der Kirche lautete schon immer: „Wir haben das ewige Leben!“ Diese Botschaft ist sehr tröstlich, aber leider haben die Begriffe wie Ablass, Fegefeuer oder Hölle in der Vergangenheit den Tod mit Angst verbunden.
Ich bin sehr froh darüber, dass sich das Bewusstsein der Menschen verändert hat, und ich bin davon überzeugt, dass dieses Bewusstsein weiter wachsen wird. Alte Denkmuster werden sich anpassen müssen.
Ich bin manchmal überrascht, wie viele Menschen an eine Wiedergeburt, die Reinkarnation glauben. Der Kreislauf Geburt-Leben-Tod ist für viele Menschen, die sich mit diesem Thema befassen, nur logisch, denn sonst müsste man sich fragen, woher all die neuen Seelen stammen, die in unseren neugeborenen Babys auf die Welt kommen.
Denken Sie bitte einmal darüber nach!
Wir leben heute in einer Zeit, in der sich vieles sehr schnell verändert! Leider ist diese Zeit sehr unruhig, denn sie wird nicht nur durch Naturkatastrophen und Finanzkrisen beeinflusst, auch Skandale werden publik und vieles mehr. Alles kommt ans Licht! Einen Kampf zwischen Licht und Schatten gab es schon immer, doch dieser Prozess wird weiter zunehmen. In der Zukunft werden auch viele Menschen ihre eigene Sensibilität (Medialität) entdecken. Eine neue Spiritualität wird kommen, die alte esoterische Praxis wird zum großen Teil an Bedeutung verlieren oder auf ein höheres Niveau gestellt. Dadurch wird sich auch der Umgang mit dem Tod verändern und das ist für mich eine wunderbare Entwicklung. Wie viel Leid, Schmerz und Angst sind mit diesem „Naturprozess“ verbunden? Wir müssen uns diesem Prozess stellen, denn wir können ihn nicht verhindern, weil er zum Leben gehört.
Jede Veränderung hat ihren Anfang und jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten.
Anstatt zu denken, sie oder er ist verstorben, sollten wir versuchen zu denken, er oder sie ist nach Hause gegangen, in die wahre geistige Heimat.

Vermeiden Sie zu denken „Mein Mann ist tot“, versuchen Sie zu denken „Mein Mann ist im Licht.“ Es ist doch wunderbar zu wissen, dass wir alle nach einer gewissen Zeit wieder zusammenkommen.
Die Trauer ist ein Naturprozess und es ist für jeden von uns sehr wichtig, diesen Prozess anzunehmen. Geben sie sich die Zeit, die Trauer zu verarbeiten.
Auch Tiere trauern auf ihre Art. So haben mir sehr oft Menschen erzählt: „Seit mein Mann tot ist, sucht ihn mein Hund. Er verweigert die Nahrung, ja er ist wie leblos. Immer wieder kommt er ganz nah zu mir und holt sich Streicheleinheiten ab.“ Der Hund bemerkt, dass sein Herrchen nicht mehr anwesend ist und schaut dauernd auf den leeren Sessel, in dem er früher saß. Er spürt die Traurigkeit der Hinterbliebenen und versucht auf seine Weise sie zu trösten. Nach einer gewissen Zeit wird sich aber auch der
Hund an die neue Situation gewöhnen. Auch Katzen können sehr viele Emotionen wahrnehmen, sie spüren genauso, wenn jemand traurig, krank oder verstorben ist. In einem Fall, den ich persönlich kenne, hatte eine Katze nach einem Todesfall in der Familie nichts oder nur sehr wenig gegessen. Durch den Verlust ihrer Bezugsperson hatte sie sehr gelitten und verstarb nach zwei Monaten. Auch
Tiere sind nach langer Zeit sehr eng mit dem Kreis, in dem sie leben, verbunden und ein Todesfall hat auch auf sie eine emotionale Wirkung. Die Tiere untereinander spüren ebenso, wenn plötzlich ein anderes Tier nicht mehr anwesend ist. Ich kenne eine Familie, in der über viele Jahre hinweg ein Hundepaar lebte, und plötzlich verstarb einer der beiden. Der andere Hund suchte Tag und Nacht nach seinem Partner und fand ihn nicht. Es dauerte nur einige Tage, bis auch er im Schlaf verstarb. Ist es nicht ein Trost, dass nun das Hundepaar auf der Tierebene in der geistigen Welt wieder vereint ist?

Als ich noch in England lebte, habe ich sehr viele trauernde Menschen kennengelernt. Viele kamen zum Heilungsgottesdienst in die Spiritualist Church und man sah sofort in ihren Augen, dass sie jemanden „verloren“ hatten. Eine Dame sagte zu mir: „Ich habe meine Tochter verloren und ich möchte nicht mehr leben.“ Ich fühlte mich sehr hilflos und brachte sie sofort in den Kreis der Heiler. Zu dieser Zeit war ich noch sehr jung und es fehlte mir die Reife und Erfahrung, aber ich konnte sehr viel über die Trauerbewältigung von dem erfahrenen Heilerteam lernen. Im Grunde genommen war die Arbeit schlicht und einfach. Zunächst führten die Heiler bei einer Tasse Tee liebevolle Gespräche mit den Betroffenen und die Trauernden hatten die Gelegenheit über ihr Schicksal zu sprechen. Nach einer gewissen Zeit bekamen die Heiler das Gefühl, dass ein gewisses Vertrauen aufgebaut werden konnte. Sie hielten sich gegenseitig die Hände und die Gespräche wurden weitergeführt. Ohne Aufdringlichkeit und mit Respekt wurde ihnen auf eine ganz einfache und einfühlsame Art langsam erklärt, dass die Bande der Liebe so stark sind, dass sie auch über den Tod hinaus bestehen, denn die Seele lebt in einer anderen Dimension weiter. Mit dem Tod verlieren wir nur unseren physischen Körper und wechseln in einen feinstofflichen Körper (Astralkörper). Aber all das ändert an unseren Beziehungen zueinander nichts. Eine Mutter bleibt die Mutter, und eine Tochter bleibt die Tochter, auch wenn die Tochter für die Mutter nicht mehr in einer physischen Form sichtbar ist.
Die Trauerbewältigung erfordert viel Zeit und Geduld und diese Zeit muss man sich einfach geben.
Nach diesem ersten Gespräch mit den Heilern wurde den Betroffenen eine „spirituelle Heilung“ angeboten, die in den meisten Fällen dankend angenommen wurde.

In England ist die spirituelle Heilung weit verbreitet, sie ergänzt sich sehr gut mit dem N.H.S. (National Health Service), der Schulmedizin. In vielen Trauerfällen kommt es auch zu gesundheitlichen Störungen, manchmal sind es nur Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit, aber es können auch andere gesundheitliche Einschränkungen auftreten. Die Heiler erkennen in vielen Fällen die Probleme und fragen die Teilnehmer liebevoll: „Waren sie schon beim Arzt?“ Manchmal sprechen sie auch eine Empfehlung aus und bitten den Trauernden zu einem Arzt zu gehen. Dieser liebevolle Beistand ist enorm wichtig und kostbar. Er ist tröstlich, denn die Heiler verstehen den Tod und wissen um die Probleme, die der Tod mit sich bringt. Die spirituelle Heilung ist ein Geschenk Gottes, sie ist unbezahlbar und unersetzlich, denn diese Heilung hat eine Wirkung auf den ganzen Körper, sowie auf Geist und Seele. Die Trauernden bekommen Unterstützung und nach und nach finden sie ihre alte Kraft wieder.

Oft habe ich erlebt, dass Trauernde während der Heilung, meistens ist das am Anfang der Behandlung der Fall, nervlich völlig fertig sind, und bitterlich weinen.
Vera, eine wunderbare ältere Dame, die ich kennenlernen durfte, war die Leiterin einer Kirche in England. Sie arbeitete jahrelang als Krankenschwester und war auch eine gute Heilerin. Sie sagte einmal zu mir: „Die Trauer muss ausgelebt werden. Weinen ist ein Segen, die Tränen sind Balsam für das schmerzende Herz.“ In einigen Fällen muss der Heiler eine individuelle Heilung in einem Nebenraum vornehmen, unterstützt von tröstlichen Umarmungen und Gesprächen. Wie schon gesagt, die Trauer muss ihren Platz bekommen.
Einige meiner Leser werden jetzt denken: „Schade, dass ich nicht in England bin und zu einem spirituellen Heiler gehen kann.“ Mittlerweile werden aber auch in den deutschsprachigen Ländern spirituelle Heilungen angeboten.
Eine andere Alternative wäre, dass Sie sich einen guten Heilpraktiker oder einen Homöopathen für Ihre Behandlung aussuchen. Sehr oft fühlen sich die Betroffenen, die alleine und verlassen sind, durch eine Berührung mit den Händen während einer Massage oder Entspannungstherapie sehr wohl. Außerdem würde ich ein Gespräch mit dem vertrauten Hausarzt empfehlen oder Sie suchen sich eine Betreuung durch die Kirche, wenn Sie mit dieser eng verbunden sind. Auch die Teilnahme an einer Trauergruppe, Selbsthilfegruppe und, wenn es passend für Sie ist, so ist auch ein Treffen mit verwaisten Eltern zu empfehlen. Es ist bestimmt von Vorteil mit Gleichgesinnten zusammenzukommen, die sich gegenseitig unterstützen, weil sie ähnliche Schicksale erlebt haben.
Sehr oft, direkt nach einem Todesfall, haben Hinterbliebene Schuldgefühle oder es kann andere emotionale Zustände auslösen, bis hin zu Aggressionen. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein. In ihrer seelischen Not zweifeln viele trauernde Menschen an Gott und fragen sich: „Warum hat Gott es zugelassen, das meine unschuldige Tochter so früh sterben musste?“ Viele fragen sich aber auch: „Warum hat es gerade mich getroffen?“ und suchen logische Gründe für ihr Schicksal. War es nicht das richtige Krankenhaus, waren die Schwestern überfordert, ist die Operation nicht gut verlaufen oder hat der Arzt nicht das richtige Medikament verabreicht?
Es mag auch sein, dass ein Trauerfall zusätzlich durch familiäre Probleme, die unterschiedlich sein können, belastet wird.
In vielen Fällen kommt es zu Meinungsverschiedenheiten über den Ablauf der Beerdigung und zu Diskussionen über die Erbschaft. Außerdem kann es andere Missverständnisse geben, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut haben und die durch diesen hoch emotionalen Zustand erneut aufkeimen. Dadurch fühlt sich der Trauernde allein gelassen und ist durch diesen empfindlichen und emotionalen Zustand ziemlich am Ende seiner Kräfte.
Manchmal kommt es auch zu anderen Emotionen wie Wut, Eifersucht, Enttäuschung und Angst. Solche emotionalen Zustände verzögern die echte Trauer! Diese Menschen sind emotional abgelenkt von der Trauer und bemerken nicht, dass sie wirklich in Trauer sind. Das führt dazu, dass die Trauer viel später ausgelebt und behandelt wird. Deshalb muss man sehr viel Geduld mit den Hinterbliebenen haben, die durch den Todesfall, oft zeitlich begrenzt, nicht mehr in ihrer Mitte sind.

Die Sehnsucht nach einem lieben Menschen ist sehr groß, deshalb haben Hinterbliebene viel zu früh den Wunsch nach einer medialen Sitzung (Jenseitskontakt). Sie wissen nicht, dass eine gewisse Zeit erforderlich ist, um den Kontakt zur geistigen Welt herzustellen. In vielen Fällen sind sie selbst noch nicht in der Lage eine Sitzung emotional durchzustehen.
Es ist ein Teufelskreis!

Nach dem Tod befindet sich der Verstorbene zunächst in einer Schlafphase, die Seele träumt und in diesem Traum wird das irdische Leben noch einmal betrachtet. Man kann diesen Vorgang wirklich mit einem Videofilm vergleichen.

Wir werden noch einmal, mit allen unseren seelischen Prüfungen, mit allen Fehlern, Schwächen und natürlich auch mit unseren positiven Bemühungen und dem Streben nach Erfolg konfrontiert. Wir sehen auch unsere Taten anderen Menschen gegenüber und sehen deren Wirkung und Einflüsse. Wir sehen aber auch die Taten anderer Menschen uns gegenüber und welchen Einfluss diese auf uns hatten. Diese Betrachtung kann sowohl schön, als auch schmerzhaft sein. In dieser Anpassungszeit, die 3 bis 6 Monate beträgt, sollte man auf keinen Fall einen medialen Kontakt herstellen. Die Zeitspanne ist natürlich von Seele zu Seele unterschiedlich. Zeit und Raum sind in der geistigen Welt nicht existent, aber man sollte hier diese Zeit abwarten.
Mir ist vollkommen klar und ich habe volles Verständnis, wenn Hinterbliebene so schnell wie möglich einen Jenseits-kontakt herstellen wollen.

Wenn die oben genannten Voraussetzungen eingehalten werden, kann man davon ausgehen, dass die erste Sitzung erfolgreich ist. Der Hinterbliebene ist erfreut und erleichtert, wenn das Medium den Kontakt bekommt. Wenn das Medium klare Details und echte Beweise aus dem Leben des Verstorbenen nennen kann, ist das sehr tröstlich. Es bringt natürlich auch eine große seelische Erleichterung, wenn sie erfahren, dass es dem Verstorbenen in seiner neuen Heimat gut geht.

Es gibt aber auch Sitzungen, in denen die Hinterbliebenen viel zu große Erwartungen haben und Ansprüche stellen. Sie verlangen außergewöhnliche Beweise wie z. B. Kosenamen, intime Informationen, sehr oft wollen sie ganz genau wissen,

wie der Unfall passiert ist. Unbewusst stellt der Trauernde zu große Erwartungen an das Medium, aber auch an den Verstorbenen und bringt dabei beide Seiten unter enormen Druck.
Für die Kommunikation aus dem Jenseits spielen sehr viele Aspekte eine Rolle, wie zum Beispiel:

• War der Verstorbene vorbereitet auf den Tod?
• Haben sie an ein Leben nach dem Tod geglaubt?
• Glaubten oder wussten sie, dass eine Kommunikation möglich ist?
• Waren sie in der Phase des Todes bei vollem Bewusstsein?
• Handelt es sich um einen jungen oder alten Menschen?

Diese Fragen spielen eine große Rolle und haben eine Auswirkung auf die Länge der Schlafphase. Das Gewissen und das spirituelle Bewusstsein spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Es gibt Seelen, die in der Lage sind, schon nach kurzer Zeit zu kommunizieren, wiederum gibt es andere Seelen, die dazu länger brauchen. Ein Medium muss diese Situation erkennen. Die Schlafphase ist auch mit einer Narkose zu vergleichen. Einige Patienten sind, wenn sie aufwachen, sofort ansprechbar und andere brauchen länger, bis sie wieder bei vollem Bewusstsein sind.
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen oder gar zu verletzen, denke ich, dass man sehr viel Verständnis für die Verstorbenen aufbringen muss. Sie sind diejenigen in einer neuen Welt, sie können nicht mehr sprechen so wie wir auf der Erde. Sie müssen neu lernen, durch ihre Gefühle und durch ihre seelischen Ausdrücke zu kommunizieren. Wenn der erste Kontakt zustande kommt, müssen wir sehr dankbar sein. Die wichtigste Botschaft, die wir erhalten können ist, dass es ihnen gut geht und sie uns noch lieben. Sollten wir noch weitere Botschaften erhalten, so ist das ein Geschenk Gottes. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich der Verstorbene mehr und mehr an seine neue Heimat und dadurch werden die medialen Kontakte immer stärker.

Der Tod kann oft sehr unberechenbar sein, nicht immer gibt es die Möglichkeit zu einem richtigen Abschied. Manchmal, in einigen Fällen so denke ich, ist es sogar ein Segen. Das letzte Bild, das wir von dem Verstorbenen haben, bleibt in unseren Gedanken haften. Wenn dieses Bild schön ist, der Gesichtsausdruck entspannt war und den Eindruck von Frieden erweckt, dann sind wir innerlich positiv gestimmt und wir freuen uns, dass wir dieses Bild in Erinnerung haben. Klar haben wir viele andere Erinnerungen, aber der letzte Eindruck hat eine ganz besondere Wirkung auf uns.

Es gibt natürlich auch Fälle, wo der Verstorbene nicht so gut aussah. Der Gesichtsausdruck war von Angst und Qual
gezeichnet oder durch einen Unfall war das Gesicht eventuell auch verletzt, sodass wir dieses Bild in Erinnerung behalten. Diese Bilder machen den Hinterbliebenen leider seelisch stark zu schaffen. Einige sensible Menschen werden dieses Bild nur schwer vergessen und brauchen dazu Jahre.
In einigen Fällen haben mir Hinterbliebene erzählt, dass sie ihre Tochter nach dem Tod nicht mehr erkannten, weil ihr Gesicht sehr verändert aussah. Ihre Seele war nicht mehr anwesend und das spürten sie sofort.

Meine sehr beliebte Tante ertrank im Meer und lag einige Tage im Wasser. Sie war jung und sehr schön.
Als sie ins Krankenhaus kam, war zunächst die Todesursache unklar, eine Autopsie sollte darüber Aufschluss bringen.
Der Arzt aus dem Krankenhaus empfahl meiner Familie, sie nicht mehr zu sehen, denn ihr Gesicht war fast nicht mehr erkennbar. Ihr Ehemann und alle anderen Familienmitglieder, außer meiner Tante (sie war ihre Schwester), haben sie nicht mehr gesehen. Diese Tante war sehr religiös und auch unwahrscheinlich stark und tapfer, sie wollte ihre Schwester einfach noch ein letztes Mal sehen.
Obwohl der Bestatter ihr Haar sehr schön gekämmt und sie sogar ein wenig geschminkt hatte, war es kein schöner Anblick! Jahre später erzählte sie mir, dass sie sehr froh war, diesen Schritt gemacht zu haben. Sie sei aber auch glücklich darüber, dass die restlichen Familienmitglieder sie nicht mehr gesehen hatten, denn ihr Ehemann hätte dieses schockierende Bild nie mehr aus dem Gedächtnis bekommen. Ich bin deshalb der Meinung, jeder sollte es für sich entscheiden, ob er den oder die Verstorbenen nochmal sehen möchte, denn wir haben alle unseren freien Willen. Die Ärzte und die Bestatter meinen es nur gut mit uns, wenn sie uns in einigen Fällen abraten, den geliebten Menschen noch einmal zu sehen. Sie wollen uns nur schonen.
Meine Meinung zu diesem Thema ist fest: man kann zu jeder Zeit in Gedanken auf der mentalen Ebene Abschied nehmen. In Wirklichkeit gibt es sowieso keinen Abschied, denn wir kommen alle wieder zusammen. Der Abschied bezieht sich nur auf die physische Form, ohne Geist und Seele. Ich weiß aber auch, dass dieser Abschied für viele Menschen sehr wichtig ist, und das verstehe ich sehr gut. Durch die in meinen medialen Sitzungen gemachten Erfah-rungen, aber auch durch andere Erfahrungen weiß ich, dass es möglich ist, dieses „letzte Bild“ durch ein „neues Bild“ zu ersetzen. Dieser Prozess wirkt wie eine Heilung für die Seele.

In zahlreichen Sitzungen hatte ich Wunderbares erlebt, denn ganz von alleine, ohne etwas vorher zu wissen, bekam ich eine Botschaft durch wie zum Beispiel die folgende:
„Mama“, sagte die kleine Tochter, „ich habe gespürt, wie du mich zum letzten Mal im Krankenhaus geküsst hast. Du hattest die neuen Schuhe und eine alte Strickjacke angezogen, an der ein Knopf fehlte. Ich habe dein Gesicht gesehen, und als du bemerkt hast, dass mir ein Arm fehlt, hast du dich furchtbar erschrocken. Das war aber nur mein alter Körper. Jetzt sehe ich aus wie früher und habe wieder meine beiden Arme. Ich sehe genauso aus, wie auf dem Foto von meinem letzten Geburtstag, das du auf deinem Fernseher stehen hast. Schau dieses Foto immer wieder an und vergesse das furchtbare Bild aus dem Krankenhaus, das du immer noch in deinem Kopf hast.“

Sind solche Botschaften nicht wunderbar?
Sehr oft haben mich auch Menschen persönlich angesprochen. Einmal sagte ein junger Mann: „Paul, das letzte Mal, als ich meinen Vater sah, war er nur noch Haut und Knochen, sein Gesichtsausdruck war voller Qual. Vor zwei Monaten habe ich von meinem Vater geträumt und in diesem Traum sah er hervorragend aus, so wie früher. Paul, dieser Traum hat mir unendlich gut getan.“ Ich habe ihm dann erklärt: „Dein Vater sieht jetzt im Jenseits genauso aus wie früher und behalte dieses Bild von deinem Traum jetzt in deinem Herzen und vergesse alle anderen Bilder.“
In meinen Seminaren habe ich eine besondere mediale Meditation zusammengestellt. Jeder von uns hat immer wieder Sehnsucht nach einem geliebten Menschen im Jen-seits. Oft während der Meditation haben einige Teilnehmer eine ganz besondere Begegnung mit jemandem aus der geistigen Welt. Diese Begegnung ist für einige Anwesende sehr wichtig, wenn sie ganz aktuell einen Trauerfall haben. Es ist normal und selbstverständlich, dass man dadurch emotional berührt ist und eventuell Tränen fließen. Viele berichten nach der Meditation von ihren Erlebnissen. „Paul, ich habe meine Mutter gesehen. Als sie starb, sah sie so krank und elend aus, jetzt aber sah sie wunderbar aus und hatte ein fröhliches Gesicht. Sie hat mich in den Arm genommen und hat mich fest gedrückt. So etwas hat sie zu Lebzeiten fast nie gemacht.“

So ein Erlebnis ist sehr hilfreich und ist ein Wundermittel für die Trauernden. Manchmal gibt es auch in dieser Meditation eine Versöhnung.
Eine Dame sagte einmal: „Ich hatte Streit mit meinem Bruder. Leider habe ich ihn dadurch die letzten acht Jahre nicht mehr gesehen. Er starb plötzlich und ich ging mit einem schweren Herzen zur Beerdigung.
Jetzt in der Meditation habe ich ihn gespürt und bekam ein Gefühl, dass alles wieder gut ist. Ich habe mich entschuldigt und ihn um Verzeihung gebeten. Paul, ich kann dir nur sagen, es ist ein Stein von meinem Herzen weg und ich bin sehr glücklich über diese Begegnung.“

Solche Berichte höre ich sehr gerne und sie sind, Gott sei Dank, für mich nicht außergewöhnlich. Es ist ein Segen, wenn wir innerlich ein neues Bild bekommen. Das letzte irdische Bild bleibt, aber durch die Kommunikation mit der geistigen Welt wissen wir nun, dass es ihnen im Jenseits gut geht, und das hilft uns in unserer Trauer unwahrscheinlich.
Wie ich schon gesagt habe, bringt die Trauer auch oft neue Erfahrungen und neue Erkenntnisse mit sich. Wir erleben in unserer Trauer auch positive und schöne Dinge, die wir als solche nicht wahrnehmen, denn wir haben sie als selbstverständlich betrachtet. In diesem Zustand leben die trauernden Menschen in ihrer eigenen Welt und bemerken nicht immer bewusst, was um sie herum passiert.
Vielleicht hat der Nachbar in dieser Zeit öfter nach dem Garten geschaut, und die Nichte hat öfters angerufen, die Freundin hat manchmal zum Essen eingeladen. All das sind kleine Segnungen, die dem Trauernden erst nach der Trauerzeit bewusst werden.

Ich kann mich sehr gut an einen älteren Herrn erinnern, dessen Frau verstorben und er im Haushalt vollkommen hilflos war. Seine Frau hatte wunderbar gekocht und hatte manchmal Freunde zu einer „Dinner-Party“ eingeladen. Ihre Kochkunst war in Freundeskreisen sehr geschätzt.
Der arme Mann hatte nach dem Verlust seiner Frau versucht, alles alleine zu machen, und lehnte jegliche Hilfe von Freunden und Bekannten ab. Er hatte die Wäsche nicht getrennt und alles zusammen in der Waschmaschine gewaschen. Seine schönen weißen Hemden waren auf einmal „pink“. Er hatte das Essen übergekocht, eine Bratpfanne musste ersetzt werden, weil sie verbrannt war. Die Liste könnte noch erweitert werden. Schließlich war er fix und fertig mit seinen Nerven und in seiner Verzweiflung ging er in ein Reisebüro und buchte schon für den nächsten Tag einen Urlaub. Er wollte nur noch weg.

Als er zurückkam war er ein neuer Mann. Er stellte eine Putzfrau an und die Nachbarin hatte ihn zögerlich gefragt, ob sie ihm helfen könne. Dieses Angebot nahm er sofort in Anspruch und bat die Dame ihm beizubringen, wie die Wäsche zu machen ist. Er meldete sich auch bei einem Kochkurs für Anfänger an und beschäftigte sich mit den Kochbüchern, die er seiner Frau geschenkt hatte. Nach einem Jahr entdeckte er, dass ihm das Kochen und auch das Backen Spaß machte. Was war wohl die Folge? Es gab wieder Dinner-Partys und die Anwesenden waren alle hellauf begeistert. Das war nun die positive Seite seiner Trauer.
Im Kochkurs lernte er eine nette Dame kennen, sie war ihm eine treue schwesterliche Freundin. Er war sehr dankbar für diese Prüfungszeit, aus der er gestärkt hervorging.
Ich bin überzeugt, dass alles im Leben ein Lernprozess ist, und auch die Trauer ist eine Herausforderung und eine enorme seelische Prüfung. Wie wir alles umsetzen ist sehr stark mit unserem freien Willen verbunden, wir können alles positiv oder negativ sehen. Sehr oft können Trauernde durch die neuen Aufgaben wachsen.
„Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“, hatte einst Friedrich Nietzsche gesagt.

In der Tat gehen Menschen aus Krisen gestärkt hervor. Sie haben plötzlich andere Aufgaben, an denen sie wachsen und reifen. Sie haben auch ein Gefühl, dass sich ihre Persönlichkeit positiv verändert hat. Man kann also auch sagen, dass die Trauer eine Aufgabe für unsere Entwicklung ist und sich dadurch neue Chancen ergeben, innerlich zu reifen. Wenn wir Trauernde auf diese positiven Veränderungen ansprechen, hilft es ihnen zusätzlich mit der jetzigen Situation zurechtzukommen.

In Deutschland höre ich sehr oft den Ausdruck „loslassen“. Dabei dreht sich mir der Magen um!! Klar, ich bin kein Deutscher und in England wird dieser Ausdruck bei der Trauerbewältigung nur noch sehr selten verwendet, weil er altmodisch ist. In der englischen Sprache sagt man „let go“, aber ich frage mich: „Was soll man loslassen oder let go?“
Was mit „loslassen“ gemeint ist, bedeutet für mich persönlich: „Lerne zu akzeptieren, was nicht mehr zu ändern ist.“ Ich denke „annehmen“ oder vielleicht auch „nicht festhalten“ ist ein viel besserer Ausdruck als „loslassen“.

Wenn eine geliebte Seele sich in der geistigen Welt befindet, so ist diese Seele immer noch mit dir durch die Liebe verbunden. Du kannst diese Bande der Liebe nicht trennen. Klar, du musst hier auf dieser Erde noch weiterleben, aber du bist innerlich auch mit deiner geistigen Heimat ver-
bunden. Man muss lernen zu akzeptieren, dass beide auf unterschiedlichen Dimensionen leben. Jeder hat ein Leben für sich, aber die Bande der Liebe bleiben für immer be-stehen. Für Eltern ist es besonders schmerzhaft und es gibt eigentlich nichts Schlimmeres als zu hören: „Du musst deinen Sohn im Jenseits loslassen.“ Ich habe schon ein-gangs erklärt, der Sohn bleibt der Sohn und es muss sehr schmerzhaft sein, wenn die Eltern versuchen sollen, ihn zu vergessen.
Viele Menschen leiden sehr, weil sie durch eine Person gelitten haben, die sich jetzt im Jenseits befindet, und eine Versöhnung zu Lebzeiten nicht mehr möglich war. Ist es nicht besser zu versuchen, ihre Handlungen zu verstehen und zu fragen: „Warum hat diese Person so gehandelt?“ Vielleicht wurde sie in der Vergangenheit genauso behandelt und hat dieses Muster weiter gespielt. Es mag durchaus sein, dass sie jetzt im Jenseits die Erkenntnis gewonnen hat, falsch gehandelt zu haben, vieles bereut und nach einer Chance sucht, um sich zu entschuldigen. Aber „loslassen“, meine ich, ist auch hier nicht die beste Lösung.
Wie schon gesagt, ist es nicht so einfach, jemandem sofort zu vergeben, es ist teilweise ein langer Prozess.
In schweren Fällen braucht man eventuell eine therapeutische Unterstützung. Ich sehe das aber auch als eine Prüfung unserer eigenen Spiritualität.
Man muss versuchen, einiges in Liebe aufzuarbeiten, aber mit Gottes Hilfe ist alles möglich.

Ein englischer Weisheitsspruch lautet:


„Gott, gib uns die innere Ruhe zu akzeptieren, was nicht mehr zu ändern ist.
Gib uns den Mut zu ändern, was wir ändern sollen.
Gib uns die Weisheit, den Unterschied zu er-kennen.“

Nach einer gewissen Zeit werden wir auch die Trauer überwinden, denn das Leben geht weiter. Dennoch fallen viele Menschen immer wieder in ein großes Loch und fragen sich:


„Warum musstest du gehen?“
„Warum hast du mich alleine gelassen?“
„Ich schaffe es nicht mehr ohne dich!“


In diesem Fall habe Geduld und versuche positiv zu denken. Sei dankbar für die schöne Erinnerung, sei dankbar für die Liebe, für die Gemeinschaft über viele Jahre hinweg. Wenn du weinen möchtest, dann lass deine Tränen fließen. Es ist so in Ordnung!

Nach mehreren Jahren, wenn der große Schmerz vorbei ist, sollten wir vielleicht mit der Trauer ganz anders umgehen. Die Trauer ist auch eine Prüfung deiner Liebe. Wenn der geliebte Mensch dir nur einen Schritt vorausgegangen ist und jetzt in einer besseren Welt lebt, warum solltest du nicht froh sein?


Wenn du wirklich das Beste für deine Geliebten im Jenseits willst, dann musst du ihnen Frieden und Ruhe gönnen. Weinst du für dich oder weinst du für die Seele im Licht? Deine Tränen sind für dich. Was haben diese Tränen auf deine Geliebten im Jenseits für eine Wirkung? Sie bekommen die Gefühle deiner Traurigkeit, deiner Verlassenheit und deiner Verzweiflung mit und versuchen dir Trost zu spenden. Sei tapfer und gib deinen Geliebten in der geistigen Welt eine Chance, dich zu trösten. Selbstmitleid verhindert gerade diese Chance! Vielleicht klingen meine Worte sehr hart, aber ich weiß, wovon ich rede. Ich meine es nur gut mit meinen Lesern, ich möchte euch einen Schritt begleiten und euch einen Weg aufzeigen, der in den Frieden und ins Licht führt. Es gibt keine Trennung, nur wir hier auf der Erde machen durch unser Unwissen die Türe zum Jenseits zu.

Unsere Geliebten freuen sich sehr, wenn auch wir uns eine kleine Freude bereiten, wenn wir mit ihnen in Gedanken reden. Wir können unsere Liebe mit Blumen zeigen, die wir neben ein Foto stellen. Wir zünden eine Kerze an und hören schöne Musik!
Öffne die Türe von deiner Seite zum Jenseits und du wirst die Liebe spüren.

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Paul Meek ist Bestseller-Autor der Bücher "Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt", "Das Tor zum Himmel ist immer offen", "Das Leben ohne Ende" und "Zwei Welten im Einklang".

Mit der Video-DVD "Meine Sicht ins Jenseits" demonstriert Paul Meek den Jenseitskontakt und erläutert in der Talkrunde spirituelle Fragen unserer Zeit.

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